Aktuelles

Sonntag, 13.01.2013 15:14 Uhr: Poesie im TV
Unter dem Titel „Denkzeit. 20 Jahre DAS GEDICHT – Internationales Gipfeltreffen der Poesie“ wurde gestern auf BR-alpha die zweieinhalbstündige Jubiläumsveranstaltung für die Zeitschrift DAS GEDICHT ausgestrahlt. Für eine Woche steht die Sendung nun in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks. Meine Wenigkeit gibt es nach gut dreißig Minuten zu hören und zu sehen. Lyrikfans könnten durchaus Freude an der gesamten Sendung haben: Neben unbekannteren LyrikerInnen treten einige der bekanntesten deutschsprachigen LyrikerInnen auf. Mir haben einige der vorgetragenen Texte sehr gefallen…
>>> mehr info

Montag, 15.10.2012 18:20 Uhr: "Gewittersommer" im Buchhandel
Heute hat mir der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag ein Foto geschickt: Mein Roman "Gewittersommer" steht fröhlich in der Buchhandlung (hier: Dussmann/Berlin):

Freitag, 12.10.2012 22:58 Uhr: Interview
Die wunderbare Zeitschrift "Das Gedicht" wird zwanzig Jahre alt. Zur Feier lädt sie am 23. Oktober 2012 ins Münchner Literaturhaus zum "Gipfeltreffen der Poesie". Ich freue mich, an dem Abend gemeinsam mit anderen LyrikerInnen vortragen zu dürfen. Im Vorfeld habe ich auch ein Interview gegeben, das heute veröffentlicht wurde:
>>> mehr info

Mittwoch, 03.10.2012 00:20 Uhr: Trailer
Zu meinem Roman "Gewittersommer" gibt es einen eigenen Clip! Gedreht und geschnitten hat ihn Antje Ritter.
>>> mehr info

Samstag, 29.09.2012 22:28 Uhr: Transpoesie 2012
Verbindend, europäisch, erhebend und poetisch war es am vergangenen Mittwoch bei der Eröffnung der „Transpoesie“ in Brüssel. Zahlreiche Gedichte zeitgenössischer europäischer AutorInnen hängen nun in mehrere Sprachen übersetzt in U-Bahnstationen und fahren auf Plakate gedruckt unter der übrigens sehr schönen Stadt umher.
Am Abend des Eröffnungstages der „Transpoesie“ gab es eine europäische Lyriknacht, in der nicht nur Gedichte vorgetragen sondern auch über Lyrik und die Frage der politischen Verantwortung des Lyrikers diskutiert wurde. Und es gab sie: kulturelle Verständigung. Unter uns Dichtenden und zwischen uns und dem Publikum.
Mich hat diese Reise beglückt. Denn in den letzten Monaten ist Europa medial ja praktisch nur noch im Zusammenhang mit der Finanzkrise präsent. Und gerade wird in einer der wichtigsten deutschen Tageszeitungen auch noch erklärt, dass Europas Nationen nicht zusammenwüchsen, dass Europa stattdessen in „Zellen des Egoismus“ zerfalle und Europas Einheit damit gefährdet sei.
Wie angenehm, wie beruhigend ist es da, wieder einmal erlebt zu haben, dass Europa lebt; dass Menschen sich über kulturelle Praktiken erkennen und kennen lernen, dass am Ende doch (fast) alle Menschen dasselbe suchen: ein wenig Aufmerksamkeit, Verständnis, Gemeinschaft, Inspiration.
Ich bedanke mich beim Goethe Institut für die sehr schöne Einladung. Ich freue mich, dass ein Gedicht von mir in deutscher Sprache und in flämischer und französischer Übersetzung Teil der diesjährigen „Transpoesie“ ist, dass ich zur Eröffnung vortragen, mitdiskutieren und vielen Europäern begegnen durfte. Es war und ist ein Geschenk.
>>> mehr info

Dienstag, 25.09.2012 20:21 Uhr: Gewittersommer
Im Oktober ist es soweit: Mein zweiter Roman erscheint! Er heißt „Gewittersommer“ und erzählt von Liebe, Beziehung und Sexualität. Und von Prägung. Das Schreiben fiel mir so leicht wie nie, und ich freue mich sehr!
Vielen Dank an den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, insbesondere an meine Lektorin Carolin Stanneck, für die wunderbare Zusammenarbeit!

Viel mehr Infos zum Buch findet, wer dem Link unten folgt...
>>> mehr info

Mittwoch, 08.08.2012 12:07 Uhr:
Gerade habe ich im Netz ein Tool entdeckt, mit dem sich herausfinden lässt, welche Wörter in einem Text wie oft verwendet wurden.
Ich habe meine beiden neuen Lyrikbände einmal überprüft:
In "Windland. Wolke" sind die sechs häufigsten Substantive Himmel, Liebe, Leben, Welt, Meer, Wind. In "Windland. Licht" sind es Mann, Himmel, Paradies, Frau, Tag und Sonne.
Wer selbst einmal Texte überprüfen will: Die Anwendung ist ganz einfach und macht viel Spaß. Hier der Link:
>>> mehr info

Samstag, 16.06.2012 18:28 Uhr: WINDLAND-Bände
Gerade eingetroffen: Meine beiden Lyrikbände "Windland. Wolke" und "Windland. Licht", die nächste Woche im Münchner Scaneg Verlag erscheinen.
Die Bände enthalten Naturlyrik, philosophische Lyrik, Liebes- und erotische Lyrik sowie Gedichte, die auf meinen Reisen entstanden sind.
"Windland. Wolke" und "Windland. Licht" stellen eine erste, umfassendere Lyrik-Werkschau dar.
Ich freue mich sehr über die beiden Bücher, denn auch, wenn ich momentan mehr Prosa als Lyrik schreibe: Ich hänge an der Poesie, sie ist eine umfassende Liebe.

Dienstag, 01.05.2012 23:51 Uhr: Kleinste Einzelpublikation
Meine kleinste Einzelpublikation ist gerade unter dem Titel "Nachhauseweg" erschienen. In einer Box, die sich an alten Zigarettenautomaten ziehen lässt, finden sich auf Pappkärtchen fünf Gedichte von mir.
>>> mehr info

Dienstag, 17.04.2012 14:51 Uhr: Position des Autors Volker Strübing
Liebe Piraten und Piraten-Wähler(innen):
Lest diesen Text und fragt euch, ob die Haltung dieser Partei euch tatsächlich überzeugt:
>>> mehr info

Dienstag, 17.04.2012 11:53 Uhr: Nicht nur kurz!
Im Berliner Stadtmagazin "Zitty" ist gerade ein Artikel über die Buchveröffentlichungen von Slam-Poeten erschienen. Mein Roman "Was ist" findet darin Erwähnung. Der Artikel geht nicht sehr in die Tiefe, und ich weiß auch nicht, ob sich der "Dichter im stillen Kämmerlein" wegen Slam-Poeten heute tatsächlich wärmer anziehen muss als früher. Dennoch scheint mir der Artikel in einigen Aspekten interessant:

http://www.zitty.de/ich-kann-nur-kurz.html
>>> mehr info

Dienstag, 27.03.2012 22:31 Uhr: Facebook-Seite
Gelegentlich poste ich auch auf Facebook über meine Arbeit, Veröffentlichungen und Auftritte. Wer möchte, kann also einmal zu www.facebook.com/xochilaschuetz surfen... der Wind ist gerade gut.

Freitag, 27.01.2012 19:19 Uhr: Rezension auf librithek.de
Unter dem Titel "Unprätentiöse Geschichte" wurde im "Literarischen Nachrichtenmagazin" eine Rezension zu meinem Roman "Was ist" veröffentlicht:

"Kindheit, Monster unterm Bett, Studium, Abnabelung vom Elternhaus, Beziehungen, Leben ohne geregelten 9 to 5-Job. Keine besonderen Vorkommnisse.
Der Roman von Xóchil A. Schütz will nicht mehr sein als eine Zustandsbeschreibung einer leicht labilen jungen Frau, deren Kindheit einen immer noch zu großen Raum in ihrem Erwachsenenleben einnimmt und deren Liebesbeziehung nicht glücken kann.
Xóchil A. Schütz‘ Metier sind die Wörter, vor allem die gesprochenen. Sie macht Hörspiel, Lyrik und Poetry Slams. Man kann sich das gut dazu denken, beim Lesen. Sie erzählt Alltägliches, das dadurch viel Identifikationspotential in sich birgt. Eine Grundtraurigkeit durchzieht den Text, der man sich auch gerne hingibt.
Was bleibt ist eine unprätentiöse Geschichte, die immer im eben Alltäglichen verankert bleibt, der man aber manchmal wünscht, sie würde über sich selbst hinauswachsen."

Samstag, 14.01.2012 00:00 Uhr: Mein "Kinderslambuch" ist da!
"Slam Poetry mit Grundschulkindern. Kurze Texte schreiben und vortragen" heißt mein neuestes Buch.
In den letzten Jahren habe ich immer wieder mit Kindern kurze literarische Texte geschrieben und performt. Und es war so schön und beglückend, dass ich die Übungen nun veröffentlicht habe. Erschienen ist das Material im Persen Verlag, der 2009 bereits meinen Band "Slam Poetry - eigene Texte verfassen und performen" herausgebracht hat. Offiziell sind die neuen Übungen für Dritt- und Viertklässler geeignet. Ich habe aber auch mit Fünft- und Sechstklässlern sehr gute Erfahrungen mit den Übungen gemacht. Wer Interesse an weiteren Informationen hat, kann auf der Seite des Persen Verlages weiterlesen und -schauen.
>>> mehr info

Dienstag, 10.01.2012 10:34 Uhr: Porträt
Unter dem Titel "Maisblüte an der Ruhr" ist im "trailer" ein Porträt zu meiner Person erschienen.
"Ihre Bühnenpräsenz variiert von samtig-hintergründiger Erotik mit Mut zur Romantik bis hin zu frecher Berliner Schnauze und deftiger Pointe. (...) Erweist sich Xóchil A. Schütz in ihrer Lyrik als Poetin ohne Berührungsangst zu Naturbildern und Pathos, klingt ihr Roman viel abgeklärter."
Der ganze Text findet sich hier:
>>> mehr info

Freitag, 30.12.2011 17:55 Uhr: Rezension auf Radio Fritz
Auf Radio Fritz wurde gerade mein Roman "Was ist" rezensiert:
""Was ist" wühlt auf, berührt und ist trotz ganz viel Seelenschwere auch ein zartes Buch."
Die volle Rezension läßt sich hier nachlesen:


>>> mehr info

Sonntag, 25.12.2011 00:41 Uhr: Kleine Weihnachtsbotschaft
Vor vielen Jahren hat mir ein Mann ein paar Zeilen auf einen Zettel geschrieben.
Den Zettel habe ich verlegt, und den Mann habe ich vergessen. Die Zeilen aber habe ich behalten:

"Immer wieder legt sich Staub auf blanke Flächen.
Immer wieder siehst du ein - das ist doch klar - :
Leben ist veränderlich.
Du gehst, du stehst, du legst dich hin, stehst wieder auf.
Manchmal da fliegst du.
Du sitzt still und weißt:
Jederzeit kann dies zu Ende sein."

Allen ein geruhsames Weihnachtsfest!
Xóchil (A. Schütz)

Dienstag, 13.12.2011 14:01 Uhr: Zwei neue Clips
Zwei neue Clips sind online: Ein kurzes Portrait, das im Rahmen des ZDFkultur-Slams gesendet wurde und ein Mitschnitt vom Münchner Literaturfestfest, in dessen Rahmen ich Gedichte vorgetragen habe. - Danke an ZDFkultur und dasgedichtclip!
>>> mehr info

Freitag, 18.11.2011 23:34 Uhr: Rezension
In der Stuttgarter Zeitung ist eine Rezension zu meinem Roman "Was ist" erschienen, über die ich mich sehr freue:
"(...) Xóchil A. Schütz schreibt auch Gedichte; man hört das beim Lesen und läßt sich fallen in diesen sacht wiegenden Rhythmus mit seinen leicht variierenden Wiederholungen, mäandernden Gedanken. Sätze wie Kaskaden und das Gefühl des freien Falls beim Lesen. (...) Die Erzählerin bezaubert mit wunderbaren kleinen Szenen mit Tieren im Park und mit Momenten von Plätzchenduft-Wohligkeit im Winter."
>>> mehr info

Montag, 17.10.2011 13:59 Uhr: Auf "litaffin" erschien eine Rezension zu meinem Roman "Was ist"
"Xochils Sätze sind wie Rillen, die Metallkufen in einer Eislaufbahn hinterlassen: Man stolpert hinein, bleibt in ihnen gefangen, fährt eine Runde und noch eine und noch eine. Ein vertrauter Sound ist das, den sie auf dem Papier entfaltet, hochrhythmisch und immer nah dran am gesprochenen Wort."
>>> mehr info

Sonntag, 02.10.2011 23:13 Uhr: "Flamingo und Gnu" in zweiter Auflage erschienen
Unter dem Titel "Flamingo und Gnu" sind meine Liebesgedichte und erotischen Gedichte in einer zweiten, erweiterten Auflage erschienen. Die Illustratorin Anna Beck hat, wie ich finde, wunderschöne Bilder zu den Texten gemalt; meine Freude, dass es eine zweite Auflage gibt, ist entsprechend sehr groß.
Das Buch hat 72 Seiten und französische Broschur, die Bilder gibt es in Farbe, erschienen ist es wieder im Araki Verlag, und käuflich ist es für 9,90 Euro.

Samstag, 24.09.2011 14:51 Uhr: Während des Papstbesuches...
„Glaube ist keine Verhandlungssache“, sagt der Papst, der gerade in Deutschland ist, und einige Katholiken freuen sich öffentlich, dass es nicht vorangeht mit der Ökumene. Dass Glaube Kulturgeschichte ist und sich Kulturgeschichte entwickelt, wird ignoriert.
„Glaube darf gar nicht Verhandlungssache sein“, sagt einer. - Wieso denn nicht, frage ich mich. Weil dann das Gerüst umgebaut werden müsste, in dem sich eine Seele festhält, und weil das für die Seele zu gefährlich klingt?
Ein Mensch mit gesundem Menschenverstand und einem Minimum an Allgemeinbildung weiß, dass es tausende von Religionen gab und gibt. Ureinwohner gefährlicher Urwälder haben Tiere und Bäume zu Göttern erklärt, andere Völker den Wind, die Sonne, den Regen. Was der Mensch nicht versteht, was er nicht kontrollieren kann oder was ihn ängstigt, hat das Potential, religiös aufgeladen zu werden.
Was ist es also für eine Kleinlichkeit, zu sagen, Glaube sei keine Verhandlungssache, wenn Glaube sich doch immer verändert hat? - Wir sollten anerkennen, dass Glaube ein zumeist praktisches Konstrukt ist, das Menschen einmal mehr, einmal weniger Stabilität geben kann.
Menschen, die glauben, sind glücklicher als Menschen, die nicht glauben, wurde im Rahmen einer Studie herausgefunden. Glaube lohnt sich offenbar. Aber Offenheit und Reflexion über den eigenen Glauben gehören dazu, wenn Glaube unter Menschen nicht Zwietracht sähen soll.
„Glaube wird beliebig, wenn man ihn verhandelt“, sagt einer. Na, Glaube ist beliebig! Er trifft einen zufällig, je nachdem, in welcher Familie, welchem Kulturkreis, welcher Gemeinde man sozialisiert wird.
Brauchen eventuell die ein besonders sicheres Glaubensgerüst, die am meisten Angst davor haben, irgendwann tot zu sein? Oder brauchen die ein besonders sicheres Glaubensgerüst, die sonst nicht wissen, woran sie sich halten können? Ich gönne, ja wünsche jeder und jedem ein gutes Gerüst. Aber Welthaltigkeit kann m. E. nicht schaden, ist gar vonnöten.
Ein Buddhist hat einmal gesagt, er verstehe nicht, warum sich Christen, Juden und Muslime über ihren Glauben stritten. Sie glaubten aus seiner Sicht nämlich praktisch dasselbe. Vielleicht würde dieser Buddhist den Kopf schütteln, wenn er wahrnähme, wie sich Katholiken und gelegentlich auch Protestanten mühen, die Unterschiedlichkeit ihres Glaubens zu konstatieren.
Ich auf jeden Fall schüttele den Kopf: über einen intelligenten und feinsinnigen Josef Ratzinger, der für ein Glaubenskonstrukt Freiheiten abspricht. Und ich schüttele den Kopf über andere eigentlich doch kluge Köpfe, die, wenn es um ihren Glauben geht, in meinem Gefühl zu trotzigen Kleinkindern mutieren, die nichts abgeben wollen und am Ende schlimmstenfalls alleine dastehen. Es ist schade! Und es geht anders!

Mittwoch, 21.09.2011 20:47 Uhr: Im Interview
Im Vorfeld des Münchner Literaturfestes 2011 entsteht ein Blog. Für ebendieses hat mich Stevan Paul interviewt - und Fragen gestellt , die ich gerne beantwortet habe:
>>> mehr info

Mittwoch, 07.09.2011 20:53 Uhr: Mit Buch und Autor Stefan Petermann vorm Hamburger Literaturhaus

Mittwoch, 07.09.2011 20:51 Uhr: Lesung aus dem Roman "Was ist" im Hamburger Literaturhaus am 5. September 2011

Samstag, 03.09.2011 11:40 Uhr: "Was ist"
In zwei Tagen erscheint im wunderbaren Hamburger asphalt & anders Verlag mein erster Roman. Er heißt "Was ist", und ich stelle ihn gleich am Montag, den 5. September um 20 Uhr im Hamburger Literaturhaus vor.
Gemeinsam mit mir liest dort Stefan Petermann, der ebenfalls im asphalt & anders Verlag veröffentlicht - und dessen Buch "Der Schlaf und das Flüstern" ich gerade fast träumend gelesen habe.
Der Abend wird moderiert vom Hamburger Schriftsteller Alexander Häusser. Er sowie die Hamburger Autoren Mirko Bonné und Stefan Beuse waren die ersten, die "Was ist" gelesen und mir damals wertvolles Feedback zum Manuskript gegeben haben.
Nach der Lesung im Literaturhaus folgen deutschlandweit weitere Lesungen - die Termine sind im Kalender einsehbar.
Auf der Seite des asphalt & anders Verlags gibt es weitere Infos zum Roman:
>>> mehr info

Montag, 11.04.2011 21:58 Uhr: "Auf der Suche nach der entgangenen Milch"
Frisch draußen: Ein "Pixibuch" mit sechs schrägen Kurzgeschichten von mir.
Xóchil A. Schütz: Auf der Suche nach der entgangenen Milch. Literatur Quickie Verlag 2011. 28 Seiten. 2,50 Euro.

Freitag, 11.03.2011 15:49 Uhr: Bücher, die mich fanden
Mir ist aufgefallen, dass Autorinnen und Wissenschaftlerinnen in meiner Umgebung ihre Publikationslisten weitaus besser pflegen als ich. Auf meine Einzelpublikationen verweise ich zwar, Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften habe ich in den letzten Jahren aber konsequent unterschlagen.
Von nun an versuche ich, gelegentlich Bücher und Zeitschriften vorzustellen, in denen sich Texte von mir finden.
Begonnen sei mit drei Werken, die mir besonders gefallen:

Das visuell kostbarste und köstlichste Buch, in dem ich bisher veröffentlichen durfte, erschien Ende vergangenen Jahres. Es ist ein schweres, in Leinen gebundenes erotisches Stundenbuch. Neben jedem Gedicht und jeder Kurzgeschichte findet sich eine großformatige Aktzeichnung des Fürther Künstlers Jan van Rijn. Zudem wurden alle Texte liebevoll zeichnerisch umrankt.
Auch wenn mancher Text und Akt auf mich persönlich etwas explizit wirkt – mit diesem Buch lässt es sich tatsächlich Stunden verbringen.
Vier bis dahin unveröffentlichte Gedichte von mir sind enthalten: „Steig mit mir aus“, „:und dein schultablättchn“, „Besiegt werden“ sowie „Der Tod hat eine Hand“.
Das Buch ist in einer limitierten Auflage von 100 Stück erschienen und kostet 125 Euro. Eine Vorschau findet sich unter http://www.vanrijnallnudes.com/book_of_hours.htm

Ein Buch, das mich berührt und ein wenig begleitet hat, ist die Gedichtanthologie „Die Hoffnung fährt schwarz“. Sie erschien Anfang letzten Jahres zum Evangelischen Kirchentag und enthält weltliche Gedichte zum Thema Hoffnung; u.a. einen kleinen, bis dahin unveröffentlichten Text von mir: „1522“. Anton G. Leitner hat die Texte zusammengestellt. Das Buch ist im Verlag Sankt Michaelsbund erschienen und kostet 10 Euro.

Eine weitere Anthologie, in der ich gerne gelesen habe, erschien vorletztes Jahr im jungen asphalt & anders Verlag. Sie heißt „Schau gen Horizont und lausche“ und enthält ausschließlich Texte über Städte.
Das Buch sammelt Geschichten und Gedichte aus aller Welt. Von mir selbst stammt ein Gedicht mit dem Titel: „Hamburg am Ende“. Das Buch kostet 11,90 Euro.

Donnerstag, 03.03.2011 13:59 Uhr: Moderne Kunst statt Medienhysterie
Ein Minister ist zurückgetreten.
Gelegentlich passiert so etwas.
Dass ein Minister wegen persönlicher Verfehlungen zurücktritt, scheint nicht völlig ungewöhnlich.
Ungewöhnlich scheint mir aber die momentane Medienhysterie: Überall wird prominent über diesen Minister geschrieben und geredet; Fotostrecken werden präsentiert, Videoclips hochgeladen.
Was war an diesem Mann besonders? Sein Adelstitel? Dass er relativ jung Karriere gemacht hat?
Mich persönlich hat diese Figur – für mich war es eine Figur – bisher nicht beeindruckt. Guttenbergs medial verbreitete Auftritte als Politiker wirkten auf mich immer ein wenig geschauspielert. Als habe jemand das Bild eines Souveränen verkörpern wollen ohne es (bisher) zu sein.
Aber Schauspiel kennt man von Politikern aller Parteien: Es soll Eindruck gemacht werden – das ist spürbar und ein wenig lächerlich. Zugleich ist es vielleicht männlich – oder menschlich. Es ruhen wohl nicht alle immer so in sich, dass sie sich zutrauen, aus sich selbst heraus zu schimmern, zu strahlen und zu überzeugen. Irgendetwas Artifizielles wird ergriffen und benutzt und doch nie ganz verkörpert; es bleibt als (oft fratzenhafte) Maske erkennbar.

Auch Kunst kann artifiziell sein und ablenken vom Eigentlichen, von dem, was hinter der Kunst steht, und das ist nicht selten ein zweifelnder Mensch.
Aber wie nicht alle Politik Maskerade ist, so ist auch nicht alle Kunst Maskerade.

Vor einigen Tagen habe ich ein schönes Museum entdeckt: Die Küppersmühle in Duisburg. Sie liegt am Binnenhafen der Stadt, der mit seinen modernen Glasfassaden und sanierten Backsteinbauten ein wenig an die Hamburger Speicherstadt erinnert.
Die Architektur des Museums ist eindrücklich: Klare, hohe, helle Räume setzen die Exponate ideal ins Licht. Und diese klaren, hohen, hellen Räume sind durch ein ockerfarbenes, organisch wirkendes Treppenhaus miteinander verbunden. Fast hat man auf den Stiegen das Gefühl, sich in einer Höhle zu bewegen.

Im Erdgeschoß der Küppersmühle sind momentan die großen und wunderbar geschwungenen Skulpturen von Anthony Cragg (*1949) zu sehen. Ein klein wenig haben sie mich an afrikanische Skulpturen aus Baumstämmen erinnert, in denen – wie bei Cragg – oft Gesichter zu erkennen sind. Craggs Formen sind aber immer weich, und neben Holz verwendet er Materialien wie Glas, Kunststoff und Stein. Seine Arbeiten sind bunt und sinnlich und teils im besten Sinne kindlich. Seine offenbare Spielfreude im schöpferischen Prozess schien sich auf die Betrachtenden zu übertragen: Mir war, als habe ich noch in keiner Ausstellung so viele Menschen lächeln sehen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. Juni 2011.

In den oberen Stockwerken der Küppersmühle werden dauerhaft großformatige Werke moderner Künstler präsentiert, und es lohnt sich, auch sie zu betrachten: Die schrägen, intensivfarbigen und detailreichen Bilder von A.R. Penck; die räumlichen, fast monumental wirkenden Werke von Anselm Kiefer; die verdrehten Gemälde von Georg Baselitz; die oft in ihrer Farbgebung überraschenden Bilder weniger bekannter Maler.

Zum Ausklang lässt es sich im Café und Restaurant der Küppersmühle entspannt träumen, lesen, essen, trinken und sprechen.

Wer Abstand gewinnen will vom täglichen Trott und medialer Hysterie, dem sei ein Besuch dieses Museums empfohlen.

Sonntag, 14.11.2010 08:20 Uhr: Amerika. So nah.
Seit gut einer Woche bin ich in den USA.
Erst war ich in Minneapolis am Mississippi spazieren, der zu meiner Überraschung nicht nur durch die Südstaaten sondern auch durch den Mittleren Westen fließt.
Nun bin ich in New York und gehe wieder am Wasser spazieren, zum Beispiel am Atlantik. Oder über dem Wasser, zum Beispiel auf der unerwartet langen Brooklyn Bridge, deren Überquerung einer kleinen Wanderung gleichkommt.

Minneapolis schien mir im Vergleich zu Berlin recht ruhig und zwischendurch sogar ein wenig provinziell.
Die große Universität, eine Stadt in der Stadt, hat mich aber erst einmal beeindruckt:
Die Lehre ist eine Dienstleistung, die man den Studierenden auf dem silbernen Tablett serviert. Die Gebäude und die Seminarräume sind so gepflegt, dass jede solvente Bank dort ihr Jahresmeeting abhalten könnte. Kein Vergleich zur Freien Universität Berlin, an der ich studiert habe: Dort waren die alten Linoleumböden durchgelatscht, es miefte, und als Studierende war man froh, wenn der Prof immerhin alle zwei Wochen einmal eine Sprechstunde angeboten hat. Wenn man dann einmal nach nur einer Stunde Wartezeit das heilige Kabuff des Professors betreten dufte und dieser dann mehr als drei Minuten Zeit für einen hatte, fühlte man sich wunderbar betreut. - An amerikanischen Universitäten ist es offenbar so, dass die Professoren den Studierenden fast rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssen, weil diese eben viel Geld für ihr Studium bezahlen.
Wieviel Zeit bleibt den Lehrkräften noch für die Forschung? Ich werde den Professor, der mich für zwei Workshops an die Uni von Minneapolis eingeladen hat, noch einmal befragen.

New York ist nun sehr laut und groß und voll. Zwischendurch finde ich die Stadt so anstrengend, dass ich sie verfluchen mag. Dann öffnen sich aber plötzlich wieder so schöne Straßen, Plätze, Bars, Buchten, Ausblicke, dass ich fast verliebt bin.
Viel zu viele Menschen scheinen hier viel zu viel oder viel zu wenig zu essen. Magersucht und Fettsucht springen ständig ins Auge - als Extreme, die ich aus Deutschland so in keiner Weise kenne. Die Portionen in den Restaurants sind oft pervers riesig, das Essen in den Supermärkten ist durchweg ungesund, das in den wenigen Biomärkten so teuer, dass nur Sehrgutverdienende es sich leisten können düften.
Was mir auch auffällt, ist, dass hier Menschen aus allen Erdteilen selbstverständlich zusammenzuleben scheinen. Es wird neben Englisch fleißig in zahlreichen weiteren Sprachen gesprochen. Offenbar lebt man, wie man will, ohne dass man meint, ein anderer müsse nun genauso leben. Und genau das könnte alle zusammenhalten. - Die aktuelle deutsche Intergationsdebatte scheint von hier aus betrachtet zwanghaft, engstirnig überflüssig. Als gehe es in Deutschland doch weiter um nichts als den Anspruch (sowie die Diskussion des Anspruches), Menschen zu assimilieren, sie anzupassen. Vielleicht braucht es viel weniger Anpassung, wenn man den eigenen Horizont weit lässt oder weit macht.

Hier ist es nun spät in der Nacht, und ich schicke diese Gedanken so unvollendet wie sie sein mögen zu euch. Zeit, etwas zu vollenden, bleibt momentan wenig; viel zu viel Neues will erkundet werden. Herzliche Grüße über den großen Teich. Auf dem Hinflug sah ich Grönland unter mir liegen - alleine dieser Blick auf eine Landschaft aus Eis war die Reise wert.

Ach ja: "Amerika. So nah" heißt dieser Beitrag, weil mir hier Vieles sehr vertraut scheint. Als ich vor gut zwei Jahren für einige Zeit in Polen war, habe ich mich wesentlich fremder gefühlt als nun in den USA. Was hier nicht genauso aussieht wie in Deutschland, kennt man aus dem Kino. Das kann man jetzt wieder befremdlich finden und lieber nach Polen reisen, um einen klassischen, konstruktiven Kulturschock zu kassieren.

Dienstag, 31.08.2010 01:28 Uhr: Dem fahlen Zahlenkaspar die Deutungshoheit entziehen
Thilo Sarrazin hat zwei Jahre lang Statistiken zu einem Buch zusammengeflickt. Dies scheint mir schon für sich genommen keine sonderlich lebensbejahende Tätigkeit.
Wer heute Abend in das hagere, blasse und zumeist starre Gesicht des Buchautors geschaut hat, musste vermuten, dass die ganze Person Sarrazin mit Lebensfreude nicht gesegnet wurde und ist.
Was aber ist das Schönste, das wir Menschen im Leben erfahren können? – Wahrscheinlich Liebe und die Freude daran, eine vielfältige Welt entdecken zu können.
In die Fremde zu gehen ist mutig und groß. Ein Sarrazin dagegen hat offenbar Angst vor einem sich verändernden Land. Aber was las ich kürzlich sinngemäß? – „Die Menschen wollen immer festhalten, was ist. Aber das Leben verändert sich stets.“ Auch Deutschland wird sich verändern. Gut so. Es schiene mir langweilig, wenn es bliebe, wie es ist.
Natürlich kommt es im Zuge von Migration u.a. zu Konflikten. - Übrigens zum Beispiel auch zwischen Ur-Berlinern und Neu-Berlinern, die aus anderen Bundesländern zugewandert sind.
Aber neben den Konflikten überwiegt doch die Erfahrung, dass das Leben bunter wird und auch neu klingt.
Und alle sind wir Menschen, die lachen können. Obwohl darin wir „Ur-Deutschen“ den „Neu-Deutschen“, deren Familien aus wärmeren Regionen einwanderten, eventuell unterlegen sein könnten. Ein Sarrazin allemal.
„Ich lasse mir mein Deutschland nicht vermiesen“, sagte vorhin eine Berliner Wissenschaftlerin mit Migrationshintergrund. „Integration geschieht im Kleinen“ sagte eine deutsche, türkischstämmige Politikerin. Beides hat mir gefallen, und beides fordert uns allesamt heraus.
Ich fände es toll, wenn an deutschen Schulen konsequent auch Türkisch als zweite Fremdsprache angeboten würde. Ich hier in Berlin könnte Türkisch im Alltag allemal besser gebrauchen als Französisch. Nun ja, ein erster Gedanke.
Die Pedanterie eines wahrscheinlich nicht sehr glücklichen Sarrazin sollten wir uns nicht zueigen machen. Wir sollten sie ignorieren. Und unser Leben leben, alle. Wo auch immer. Möglichst glücklich.

Mittwoch, 18.08.2010 18:36 Uhr: Porträt im Deutschlandradio
Der Redakteur hat mich in der gesprochenen Fassung zehn Jahre jünger gemacht. Er hat weitere Details durcheinandergebracht. Und erzählt, meine Augen seien "so dunkel wie der Eingang zu einem unerforschten Maya-Tempel". Trotzdem (oder gerade deshalb) gefällt mir das Porträt. Wer nachhören oder nachlesen möchte, klicke hier:
>>> mehr info

Montag, 19.07.2010 21:08 Uhr: Geschenk für mich
Vor einigen Wochen hatte ich einen Auftritt in Jena. Ein Filmteam war da und hat danach ein Video für mich gebastelt. Einfach so. Sowas Nettes! Ich freu mich sehr, freut euch mit!
Liebsten Dank an Ina Schwanse und Claudia Ibold von tips-tv!
>>> mehr info

Mittwoch, 24.03.2010 09:02 Uhr: Very neu: Pretty Mery K
Es gibt eine neue Band.
Erst kannte ich nur ein einziges Lied von ihr. Ich sang den Refrain tagelang vor mich hin.
Dann hörte ich ein zweites Lied. Nachts wachte ich auf, und es sang in mir.
Ich ging zu einer Lesung und langweilte mich. Kein Satz schien etwas zu bedeuten. Aber in mir sang ein Lied. Und es war nicht bedeutungslos.
Menschen in meinem Umfeld jagten um berufliche Vormacht. Und in mir sang ein Lied. Das Lied war gut und musste nicht um Vormacht jagen. Es war bereits vorne.

Die Songs von Pretty Mery K sind eigen, traurig, schön. Sie kommen nah. Leise und kräftig.

Eine neue Band spielt. Noch kennt sie fast niemand. Doch für mich spielt sie schon vorne.
>>> mehr info

Dienstag, 02.03.2010 19:33 Uhr: Sein neues Album ist da. Warum Daniel Johnston überleben wird
Gut singt der amerikanische Songwriter Daniel Johnston auf seinem neuen Album „Beam me up!“ nicht. Das fällt auf, weil seine Musiker sich durchweg zurücknehmen. Johnstons Stimme ist ganz weit vorne, sie zittert, bricht gelegentlich weg und sucht auch einmal auffällig, einen Ton wirklich zu treffen.
Das Album, auf dem sich fast ausschließlich Neuinterpretationen bereits veröffentlichter Songs finden, ist still und klingt unnatürlich verlangsamt.
Beim ersten Hören war ich enttäuscht. Vor vielen Jahren hatte ich Daniel Johnstons Album „Fear yourself“ entdeckt. Es hatte eine Energie, eine Sehnsucht und einen Trotz, die mich schon beim ersten Hören geradezu körperlich gepackt hatten. Dies hält „Beam me up!“ nicht.
Dennoch höre ich Johnstons neues Album und beginne, es zu bewundern. Denn trotz der stimmlichen Mängel und der meiner Meinung nach zu bescheiden und vorsichtig agierenden Musiker: Johnstons Songs sind groß. Seine Melodien sind einfach, seine Sprache ist einfach. Seine Songs sind klar – und dabei von großer emotionaler Dichte.
Es geht in ihnen um unerfüllte Liebe. Es geht um die Entscheidung, trotz Enttäuschungen weiter nach Liebe zu suchen. Ihr die Chance zu geben, einen zu finden. In „True love will find you in the end” singt Johnston von einer Traurigkeit, mit der man lebt. Von dem Wunsch, zu töten, den man sich untersagt. Von dem Versprechen, dass Liebe einen findet – wenn man selbst ihr die Möglichkeit dazu gibt. „Beam me up!“ klingt nicht mehr nach Aufbruch. Es klingt nach einem Künstler, der ruhig und erfahren Aussagen trifft. Und offen bleibt.

Es gibt ruhige Songs von Kante, die existentiell werden. Es gibt Songs von Johnny Cash, in denen das Leben selbst zu vibrieren scheint. Daniel Johnstons Songs sind mit ihnen nicht vergleichbar. Doch all diese Künstler spiegeln Leben in manchen Momenten gänzlich ungeschminkt.

In 500 Jahren könnten Johnny Cash und Kante vergessen sein. Menschen, die die puren Songs von Daniel Johnston covern, wird es noch geben.


Daniel Johnston: „Beam me up!“
Hazelwood Vinyl Plastics.
Das Album erscheint am 26.03.2010.

Sonntag, 17.01.2010 22:59 Uhr: Gruesse aus Brasilien
Nach eineinhalb Jahren , die fast nur aus Arbeit und Stress bestanden, mache ich einen Monat Urlaub in Brasilien.
Eigentlich wollte ich auf Einladung hin einen Musiker in Joao Pessoa besuchen. Das wiederum hat seine brasilianische Ehefrau so eifersuechtig gemacht, dass sie den Mann gleich mit Kind verlassen hat. Die Welt ist verrueckt. Wir Menschen sind es. All die Gefuehle, die unser Handeln schlecht behandeln.
Aber ich will nicht meckern. Denn ich mache gerade auch wundervolle Erfahrungen mit Menschen und fuehle mich sehr reich.
Brasilien ist einfach und schwierig zugleich. Einfach ist es, weil die Sonne scheint, das Meerwasser Badewannentemperatur hat, weil es ueberall kleine und grosse Tiere zu beobachten gibt, die ich noch nie gesehen habe. Einfach ist es, weil das Essen einfach gut ist: Immer gibt es ueberall zahlreiche frische tropische Fruechte und Fruchtsaefte, gefuellte Teigtaschen, Tapioka-Fladen.
Schwierig ist Brasilien, weil die Menschen im Hinterland und in den Grossstaedten teils sehr arm sind, weil es viel Gewalt gibt, weil die Busverbindungen schlecht sind, genau wie die Busse und Strassen. Und schwierig ist Brasilien, weil die Moskitos sich unmoeglich benehmen. Waehrend ich fast ohnmaechtig werde, wenn ich mich grosszuegig mit meinem rein chemischen Insektenschutzspay parfuemiere, stechen diese Monster einfach weiter zu, als wenn nichts sei. Unverschaemt.
Die Brasilianer sind im Ganzen unglaublich offen und freundlich, und ich bin froh, dass ich trotz allen Warnungen vor der Gewalt im Land hier bin und wundervolle Erfahrungen mache. Liebe Gruesse ins kalte Europa aus dem brasilanischen Tropenparadies Rio Grande do Norte, in dem man nachts manchmal nichts hoert als den Wind, der in den Palmen knistert.

Sonntag, 14.06.2009 21:05 Uhr: "Slam Poetry - eigene Texte verfassen und performen"
So heißt mein neuestes Buch, das gerade im Persen Verlag erschienen ist. Offiziell ist es ein Schulbuch. Aber ich habe es so geschrieben, dass alle, die Lust auf's Thema haben, damit arbeiten können.

Ansonsten habe ich gerade zum ersten Mal an der Universität Hildesheim ein Blockseminar zum Thema "Poetry Slams an Schulen" gehalten. Nicht nur die Studierenden waren sehr nett - sondern auch die Stadt Hildesheim. Es gibt da architektonisch wunderschöne, urst alte Stadtteile. Wusste ich davor gar nicht. Ähnlich überrascht hat mich vor einigen Jahren Braunschweig.

Dienstag, 26.05.2009 17:54 Uhr: Lachen in Lettland
Hier, in der westlettischen Hafenstadt Ventspils, fiel mir eine Touristen-Broschuere ueber die westlettische Hafenstadt LIEPAJA in die Haende. Jemand hatte den Text ins Deutsche uebersetzt.
Ich erfuhr gleich auf der ersten Seite, dass Liepaja "sehr lebendig ist und sich ueber jeden freut, der in ihr kommt". Kurz darauf las ich, dass sich "in vielen Treppenhaeusern der Stadt huebsche Frauen und zaertliche Blumen zieren". In die alten Gebaeude am Hafenufer "blasen Menschen neues Leben hinein", und in der "bunten Reihe von Festen ist es wirklich schwer, etwas fuer sich zu finden". Letzteres duerfte aber kein Problem sein, denn schliesslich kann man in Liepaja auch dahin gehen, "wo die Laternen in der Nacht nicht die Sterne zudecken".

Statt nach Liepaja bin ich heute dennoch ins etwas naeher gelegene Provinznest KULDIGA gefahren.
Abseits der zwei, drei Strassen, die fuer Besucher herausgeputzt wurden, glaubte ich, durch ein altes Bilderbuch zu spazieren. Uralte, kaum verputzte Haeuschen mit schiefen, morschen Fensterlaeden schmiegten sich an schmale Straesschen. Volle, wilde Fliederbuesche neben Ahornbaeumen, Linden, Tannen, Kiefern. Holzgatter, die grosse, helle Hoefe verschlossen. Und Wiesenblumen, vieltausendfach, im sanften, im Inland schon fast sommerlichen Wind. Schoen war es.

Noch schoener ist es aber in "meinem" VENTSPILS: Hier sind die Hoheiten der Strassen die Katzen. Nachts liegen sie auf der Fahrbahn, tagsueber auf den Buergersteigen, und niemand kaeme auf die Idee, sie muessten aufstehen, jeder umrundet sie freundlich, eine Frau sah ich sogar klebriges Dosenfleisch auf ein Maeuerchen schuetten, um ein zartes, wildes, geliebtes Geschoepf zu naehren. Kurzeme ohne Katzen: Unvorstellbar.

(Kurzeme - auf deutsch Kurland - ist der Name der westlichsten Provinz Lettlands. Manches erinnert noch an die Deutschen, die hier vor langer Zeit lebten und wirkten. Heute ist die Mehrheit der Bevoelkerung natuerlich lettisch. In der Haupstadt Riga leben dagegen fast genauso viele Russen wie Letten, und beide Sprachen sind entsprechend auf den Strassen zu hoeren.)

Sonntag, 24.05.2009 18:51 Uhr: Literatur aus Ungarn
Waehrend hier in Lettland die Tage um mein Bein streichen wie Katzen, und ab und zu einer gaehnt und dabei die Zaehne zeigt und mich daran erinnert, dass das Leben auch ein Raubtier ist ... waehrenddessen habe ich ein weiteres Buch gelesen: den dicken Roman eines gerade ebenfalls im Schriftstellerhaus weilenden Autoren aus Ungarn, Karoly Mehes. Er heisst "Insgeheim" und erzaehlt die Geschichte eines Jungen, spaeter Mannes, dessen Vater von einem Tag auf den anderen aus seinem Leben verschwand. Bis zum Ende klaert sich nicht auf, ob der Vater, ein Geheimpolizist im Ungarn der 70er Jahre, Mutter und Kind aus politischen oder privaten Gruenden verloren ging.
Die entstehende grosse Naehe zwischen Mutter und Sohn scheint mir dennoch das Hauptthema des Buches zu sein - eine Liebe, die viel zu absolut scheint und dennoch von fast wundersamer Schoenheit ist. Vier weitere Frauenfiguren, jede eigen gezeichnet, bereichern Leben und Phantasie des Protagonisten.
Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob die eigenwillige und dabei stille Geschichte nicht auch auf weniger Seiten haette erzaehlt werden koennen. Dass der Autor die Erzaehlebene des Oefteren verlaesst und ueber das Geschriebene nachdenkt, fand ich unnoetig. Und dennoch ... ist dieses Buch eigen und schoen und hat mich daran erinnert, dass es viele Lebenslaeufe gibt - und sei es in der Literatur - die ein Geheimnis bergen, etwas Ungreifbares, und die dennoch ... fortlaufen und nach Vollendung suchen.
Karoly Mehes: Insgeheim. Wieser Verlag 2007.

Freitag, 22.05.2009 17:51 Uhr: Lettischer Horizont
Lettland: Flieder, Katzen und Kastanien.
Birken- und Kiefernwaelder.
Halbverfallene Holzhaeuser und Villen.
Bunte Kiesel am Stand.
Und im Schriftstellerhaus, in dem ich weile, gibt es eine Bibliothek. Dort habe ich auch Buecher in deutscher Sprache gefunden. Eines von einem der wohl beruehmtesten lettischen Autoren: Janis Jaunsudrabins. Es heisst "ICH ERZAEHLE MEINER FRAU von der Flucht aus Lettland und dem Exil in Westfalen" und ist ein autobiographischer und dennoch wunderbar literarischer Bericht ueber die Flucht des Schriftstellers mit seiner Frau 1944 aus einem lettischen Dorf ueber Riga, Danzig und Berlin in die deutsche Provinz.

Die Ostsee hier ist paradiesisch friedlich - und kaum ein Tourist verirrt sich hierher. Ob das in zehn Jahren auch noch so sein wird?
Hundert Haeuser stehen in dieser kleinen Hafenstadt leer, weil wohl fast alle jungen Menschen nach Riga oder gleich ins Ausland ziehen. Uns Autoren und Uebersetzern ist die Stille des Ortes willkommen. Und die zahllosen bluehenden Baeume, Buesche und Rabatten, die stinkende Fischfabrik, die Katzen, die in Kirchhoefen und auf Pflastersteinen sitzen, gefallen mir. Es ist schoen, die Fremde zu entdecken - und zu sehen, dass sie schoen ist.

Donnerstag, 14.05.2009 17:39 Uhr: Stipendium in Lettland
Nach vielen Monaten voller Arbeit reise ich nun zwei Wochen nach Lettland. In einer Hafenstadt an der Westküste habe ich zwei Wochen Ruhe - und werde wohl nichts tun als schlafen, schreiben und auf's Meer gucken.

Montag, 04.05.2009 15:05 Uhr: Website Relaunch
Passend zur Veröffentlichung des Albums "PERLENKIND" ist auch meine neue Homepage online gegangen und wartet mit vielen Informationen, Fotos, Videos und Terminen auf euch.

Viel Spaß beim "Entdecken" der neuen Seite wünscht euch
Xóchil

Freitag, 24.04.2009 11:31 Uhr: Album Veröffentlichung
Ab dem heutigen Tag ist mein neues Album "PERLENKIND" (Content Records / Edel) im Handel erhältlich. Das Album enthält 13 Stücke, die in den Hamburger MOB Studios aufgenommen worden sind. Der Song Vespa-Boy steht unter www.myspace.com/slamsongs zum Hören bereit.



 
© edel AG | Neumühlen 17 . 22763 Hamburg | Disclaimer | Kontakt und Impressum