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| Montag, 19.07.2010 21:08 Uhr: Geschenk für mich |
Vor einigen Wochen hatte ich einen Auftritt in Jena. Ein Filmteam war da und hat danach ein Video für mich gebastelt. Einfach so. Sowas Nettes! Ich freu mich sehr, freut euch mit! Liebsten Dank an Ina Schwanse und Claudia Ibold von tips-tv! |
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| Mittwoch, 24.03.2010 09:02 Uhr: Very neu: Pretty Mery K |
Es gibt eine neue Band. Erst kannte ich nur ein einziges Lied von ihr. Ich sang den Refrain tagelang vor mich hin. Dann hörte ich ein zweites Lied. Nachts wachte ich auf, und es sang in mir. Ich ging zu einer Lesung und langweilte mich. Kein Satz schien etwas zu bedeuten. Aber in mir sang ein Lied. Und es war nicht bedeutungslos. Menschen in meinem Umfeld jagten um berufliche Vormacht. Und in mir sang ein Lied. Das Lied war gut und musste nicht um Vormacht jagen. Es war bereits vorne.
Die Songs von Pretty Mery K sind eigen, traurig, schön. Sie kommen nah. Leise und kräftig.
Eine neue Band spielt. Noch kennt sie fast niemand. Doch für mich spielt sie schon vorne.
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| Dienstag, 02.03.2010 19:33 Uhr: Sein neues Album ist da. Warum Daniel Johnston überleben wird |
Gut singt der amerikanische Songwriter Daniel Johnston auf seinem neuen Album „Beam me up!“ nicht. Das fällt auf, weil seine Musiker sich durchweg zurücknehmen. Johnstons Stimme ist ganz weit vorne, sie zittert, bricht gelegentlich weg und sucht auch einmal auffällig, einen Ton wirklich zu treffen. Das Album, auf dem sich fast ausschließlich Neuinterpretationen bereits veröffentlichter Songs finden, ist still und klingt unnatürlich verlangsamt. Beim ersten Hören war ich enttäuscht. Vor vielen Jahren hatte ich Daniel Johnstons Album „Fear yourself“ entdeckt. Es hatte eine Energie, eine Sehnsucht und einen Trotz, die mich schon beim ersten Hören geradezu körperlich gepackt hatten. Dies hält „Beam me up!“ nicht. Dennoch höre ich Johnstons neues Album und beginne, es zu bewundern. Denn trotz der stimmlichen Mängel und der meiner Meinung nach zu bescheiden und vorsichtig agierenden Musiker: Johnstons Songs sind groß. Seine Melodien sind einfach, seine Sprache ist einfach. Seine Songs sind klar – und dabei von großer emotionaler Dichte. Es geht in ihnen um unerfüllte Liebe. Es geht um die Entscheidung, trotz Enttäuschungen weiter nach Liebe zu suchen. Ihr die Chance zu geben, einen zu finden. In „True love will find you in the end” singt Johnston von einer Traurigkeit, mit der man lebt. Von dem Wunsch, zu töten, den man sich untersagt. Von dem Versprechen, dass Liebe einen findet – wenn man selbst ihr die Möglichkeit dazu gibt. „Beam me up!“ klingt nicht mehr nach Aufbruch. Es klingt nach einem Künstler, der ruhig und erfahren Aussagen trifft. Und offen bleibt.
Es gibt ruhige Songs von Kante, die existentiell werden. Es gibt Songs von Johnny Cash, in denen das Leben selbst zu vibrieren scheint. Daniel Johnstons Songs sind mit ihnen nicht vergleichbar. Doch all diese Künstler spiegeln Leben in manchen Momenten gänzlich ungeschminkt.
In 500 Jahren könnten Johnny Cash und Kante vergessen sein. Menschen, die die puren Songs von Daniel Johnston covern, wird es noch geben.
Daniel Johnston: „Beam me up!“ Hazelwood Vinyl Plastics. Das Album erscheint am 26.03.2010. |
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| Sonntag, 17.01.2010 22:59 Uhr: Gruesse aus Brasilien |
Nach eineinhalb Jahren , die fast nur aus Arbeit und Stress bestanden, mache ich einen Monat Urlaub in Brasilien. Eigentlich wollte ich auf Einladung hin einen Musiker in Joao Pessoa besuchen. Das wiederum hat seine brasilianische Ehefrau so eifersuechtig gemacht, dass sie den Mann gleich mit Kind verlassen hat. Die Welt ist verrueckt. Wir Menschen sind es. All die Gefuehle, die unser Handeln schlecht behandeln. Aber ich will nicht meckern. Denn ich mache gerade auch wundervolle Erfahrungen mit Menschen und fuehle mich sehr reich. Brasilien ist einfach und schwierig zugleich. Einfach ist es, weil die Sonne scheint, das Meerwasser Badewannentemperatur hat, weil es ueberall kleine und grosse Tiere zu beobachten gibt, die ich noch nie gesehen habe. Einfach ist es, weil das Essen einfach gut ist: Immer gibt es ueberall zahlreiche frische tropische Fruechte und Fruchtsaefte, gefuellte Teigtaschen, Tapioka-Fladen. Schwierig ist Brasilien, weil die Menschen im Hinterland und in den Grossstaedten teils sehr arm sind, weil es viel Gewalt gibt, weil die Busverbindungen schlecht sind, genau wie die Busse und Strassen. Und schwierig ist Brasilien, weil die Moskitos sich unmoeglich benehmen. Waehrend ich fast ohnmaechtig werde, wenn ich mich grosszuegig mit meinem rein chemischen Insektenschutzspay parfuemiere, stechen diese Monster einfach weiter zu, als wenn nichts sei. Unverschaemt. Die Brasilianer sind im Ganzen unglaublich offen und freundlich, und ich bin froh, dass ich trotz allen Warnungen vor der Gewalt im Land hier bin und wundervolle Erfahrungen mache. Liebe Gruesse ins kalte Europa aus dem brasilanischen Tropenparadies Rio Grande do Norte, in dem man nachts manchmal nichts hoert als den Wind, der in den Palmen knistert. |
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| Sonntag, 14.06.2009 21:05 Uhr: "Slam Poetry - eigene Texte verfassen und performen" |
So heißt mein neuestes Buch, das gerade im Persen Verlag erschienen ist. Offiziell ist es ein Schulbuch. Aber ich habe es so geschrieben, dass alle, die Lust auf's Thema haben, damit arbeiten können.
Ansonsten habe ich gerade zum ersten Mal an der Universität Hildesheim ein Blockseminar zum Thema "Poetry Slams an Schulen" gehalten. Nicht nur die Studierenden waren sehr nett - sondern auch die Stadt Hildesheim. Es gibt da architektonisch wunderschöne, urst alte Stadtteile. Wusste ich davor gar nicht. Ähnlich überrascht hat mich vor einigen Jahren Braunschweig. |
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| Dienstag, 26.05.2009 17:54 Uhr: Lachen in Lettland |
Hier, in der westlettischen Hafenstadt Ventspils, fiel mir eine Touristen-Broschuere ueber die westlettische Hafenstadt LIEPAJA in die Haende. Jemand hatte den Text ins Deutsche uebersetzt. Ich erfuhr gleich auf der ersten Seite, dass Liepaja "sehr lebendig ist und sich ueber jeden freut, der in ihr kommt". Kurz darauf las ich, dass sich "in vielen Treppenhaeusern der Stadt huebsche Frauen und zaertliche Blumen zieren". In die alten Gebaeude am Hafenufer "blasen Menschen neues Leben hinein", und in der "bunten Reihe von Festen ist es wirklich schwer, etwas fuer sich zu finden". Letzteres duerfte aber kein Problem sein, denn schliesslich kann man in Liepaja auch dahin gehen, "wo die Laternen in der Nacht nicht die Sterne zudecken".
Statt nach Liepaja bin ich heute dennoch ins etwas naeher gelegene Provinznest KULDIGA gefahren. Abseits der zwei, drei Strassen, die fuer Besucher herausgeputzt wurden, glaubte ich, durch ein altes Bilderbuch zu spazieren. Uralte, kaum verputzte Haeuschen mit schiefen, morschen Fensterlaeden schmiegten sich an schmale Straesschen. Volle, wilde Fliederbuesche neben Ahornbaeumen, Linden, Tannen, Kiefern. Holzgatter, die grosse, helle Hoefe verschlossen. Und Wiesenblumen, vieltausendfach, im sanften, im Inland schon fast sommerlichen Wind. Schoen war es.
Noch schoener ist es aber in "meinem" VENTSPILS: Hier sind die Hoheiten der Strassen die Katzen. Nachts liegen sie auf der Fahrbahn, tagsueber auf den Buergersteigen, und niemand kaeme auf die Idee, sie muessten aufstehen, jeder umrundet sie freundlich, eine Frau sah ich sogar klebriges Dosenfleisch auf ein Maeuerchen schuetten, um ein zartes, wildes, geliebtes Geschoepf zu naehren. Kurzeme ohne Katzen: Unvorstellbar.
(Kurzeme - auf deutsch Kurland - ist der Name der westlichsten Provinz Lettlands. Manches erinnert noch an die Deutschen, die hier vor langer Zeit lebten und wirkten. Heute ist die Mehrheit der Bevoelkerung natuerlich lettisch. In der Haupstadt Riga leben dagegen fast genauso viele Russen wie Letten, und beide Sprachen sind entsprechend auf den Strassen zu hoeren.) |
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| Sonntag, 24.05.2009 18:51 Uhr: Literatur aus Ungarn |
Waehrend hier in Lettland die Tage um mein Bein streichen wie Katzen, und ab und zu einer gaehnt und dabei die Zaehne zeigt und mich daran erinnert, dass das Leben auch ein Raubtier ist ... waehrenddessen habe ich ein weiteres Buch gelesen: den dicken Roman eines gerade ebenfalls im Schriftstellerhaus weilenden Autoren aus Ungarn, Karoly Mehes. Er heisst "Insgeheim" und erzaehlt die Geschichte eines Jungen, spaeter Mannes, dessen Vater von einem Tag auf den anderen aus seinem Leben verschwand. Bis zum Ende klaert sich nicht auf, ob der Vater, ein Geheimpolizist im Ungarn der 70er Jahre, Mutter und Kind aus politischen oder privaten Gruenden verloren ging. Die entstehende grosse Naehe zwischen Mutter und Sohn scheint mir dennoch das Hauptthema des Buches zu sein - eine Liebe, die viel zu absolut scheint und dennoch von fast wundersamer Schoenheit ist. Vier weitere Frauenfiguren, jede eigen gezeichnet, bereichern Leben und Phantasie des Protagonisten. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob die eigenwillige und dabei stille Geschichte nicht auch auf weniger Seiten haette erzaehlt werden koennen. Dass der Autor die Erzaehlebene des Oefteren verlaesst und ueber das Geschriebene nachdenkt, fand ich unnoetig. Und dennoch ... ist dieses Buch eigen und schoen und hat mich daran erinnert, dass es viele Lebenslaeufe gibt - und sei es in der Literatur - die ein Geheimnis bergen, etwas Ungreifbares, und die dennoch ... fortlaufen und nach Vollendung suchen. Karoly Mehes: Insgeheim. Wieser Verlag 2007. |
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| Freitag, 22.05.2009 17:51 Uhr: Lettischer Horizont |
Lettland: Flieder, Katzen und Kastanien. Birken- und Kiefernwaelder. Halbverfallene Holzhaeuser und Villen. Bunte Kiesel am Stand. Und im Schriftstellerhaus, in dem ich weile, gibt es eine Bibliothek. Dort habe ich auch Buecher in deutscher Sprache gefunden. Eines von einem der wohl beruehmtesten lettischen Autoren: Janis Jaunsudrabins. Es heisst "ICH ERZAEHLE MEINER FRAU von der Flucht aus Lettland und dem Exil in Westfalen" und ist ein autobiographischer und dennoch wunderbar literarischer Bericht ueber die Flucht des Schriftstellers mit seiner Frau 1944 aus einem lettischen Dorf ueber Riga, Danzig und Berlin in die deutsche Provinz.
Die Ostsee hier ist paradiesisch friedlich - und kaum ein Tourist verirrt sich hierher. Ob das in zehn Jahren auch noch so sein wird? Hundert Haeuser stehen in dieser kleinen Hafenstadt leer, weil wohl fast alle jungen Menschen nach Riga oder gleich ins Ausland ziehen. Uns Autoren und Uebersetzern ist die Stille des Ortes willkommen. Und die zahllosen bluehenden Baeume, Buesche und Rabatten, die stinkende Fischfabrik, die Katzen, die in Kirchhoefen und auf Pflastersteinen sitzen, gefallen mir. Es ist schoen, die Fremde zu entdecken - und zu sehen, dass sie schoen ist. |
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| Donnerstag, 14.05.2009 17:39 Uhr: Stipendium in Lettland |
| Nach vielen Monaten voller Arbeit reise ich nun zwei Wochen nach Lettland. In einer Hafenstadt an der Westküste habe ich zwei Wochen Ruhe - und werde wohl nichts tun als schlafen, schreiben und auf's Meer gucken. |
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| Montag, 04.05.2009 15:05 Uhr: Website Relaunch |
Passend zur Veröffentlichung des Albums "PERLENKIND" ist auch meine neue Homepage online gegangen und wartet mit vielen Informationen, Fotos, Videos und Terminen auf euch.
Viel Spaß beim "Entdecken" der neuen Seite wünscht euch Xóchil |
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| Freitag, 24.04.2009 11:31 Uhr: Album Veröffentlichung |
| Ab dem heutigen Tag ist mein neues Album "PERLENKIND" (Content Records / Edel) im Handel erhältlich. Das Album enthält 13 Stücke, die in den Hamburger MOB Studios aufgenommen worden sind. Der Song Vespa-Boy steht unter www.myspace.com/slamsongs zum Hören bereit. |
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Ab 24.04.09 im Handel:
XÓCHIL - PERLENKIND
(Content Records / Edel)
1. Vespa-Boy
2. Du liebst mich anders
3. Die Nacht täuscht mich mit Träumen
4. Feldsegen
5. Mecklenburg
6. Flamingo und Gnu
7. S-Bahn
8. Bar Jazz
9. Lesecafé
10. Gute Mächte
11. Die Stille und das Totentuch
12. Perlenkind
13. Feldsegen weites Feld Mix
Album bestellen:

XÓCHIL @ MYSPACE

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